Herbert Gruppe, Gebäudetechnik
bietet auch bei Ausbildung innovative Lösungen
Teilzeitausbildung-wenn Lebensrealität zählt
Teilzeitausbildung eröffnet Wege in den Beruf, wenn klassische Vollzeitmodelle nicht zur Lebensrealität passen. Bei der Herbert Gruppe in Bensheim, die an fünf Standorten innovative Lösungen in der Gebäudetechnik bietet, wird sie gezielt genutzt, um Ausbildung flexibel und zugleich verlässlich zu gestalten.
Ein Beispiel ist eine junge Frau, die bei Beginn der Ausbildung zur technischen Systemplanerin ein kleines Kind hatte. Schnell wurde klar: Eine Ausbildung in Vollzeit hätte ihre familiäre Situation strukturell überfordert. Statt die Ausbildung aufzuschieben oder ganz aufzugeben, wurde sie deshalb vom mittelständischen Unternehmen in Teilzeit organisiert. Die tägliche Arbeitszeit wurde entsprechend der Öffnungszeiten der Kita angepasst, die Ausbildungsdauer entsprechend verlängert. Die Abstimmung mit der zuständigen Kammer verlief problemlos. Durch feste Zeitstrukturen und klare Absprachen konnte die Auszubildende Ausbildung und Familie miteinander verbinden und die Ausbildung erfolgreich absolvieren. Der Betrieb gewann eine loyale und engagierte Mitarbeiterin, die immer noch für das Unternehmen tätig ist.
„Gerade als Familienbetrieb ist es für uns wichtig, Ausbildung flexibel zu denken. Unterschiedliche Lebenssituationen gehören heute dazu – und darauf müssen Ausbildungsmodelle reagieren“, sagt Tim Kneusels. Personalleiter der Herbert Gruppe. Teilzeitausbildung wird im Betrieb daher als gestaltbare Lösung gesehen, wenn die Rahmenbedingungen es erfordern.
Dass Teilzeitausbildung nicht nur Vereinbarkeit, sondern auch Leistungsorientierung ermöglichen kann, zeigt ein weiteres Beispiel. Eine Auszubildende der Herbert Gruppe war aktive Handballspielerin in der 1. Bundesliga. Der intensive Trainings- und Spielbetrieb ließ sich nicht mit einer klassischen Vollzeitausbildung vereinbaren. Auch hier wurde die Ausbildung zur Industriekauffrau bewusst in Teilzeit umgesetzt und von Beginn an transparent geplant. So konnten Ausbildung und Leistungssport parallel stattfinden, ohne dass eines zulasten des anderen ging.
Für den Betrieb erwiesen sich beide Modelle als gut integrierbar in den Arbeitsalltag. Motivation, Verlässlichkeit und fachliche Entwicklung standen dabei im Vordergrund – nicht die Frage, ob Ausbildung formal in Voll- oder Teilzeit stattfindet. „Wenn jemand Potenzial mitbringt, finden wir gemeinsam einen Weg, Ausbildung möglich zu machen“, so Kneusels.
Die Beispiele zeigen, wie Teilzeitausbildung Ausbildungsabbrüche vermeiden, neue Zielgruppen erschließen und Betrieben helfen kann, engagierte Nachwuchskräfte zu gewinnen – sowohl bei familiären Verpflichtungen als auch im Leistungssport. Teilzeitausbildung wird so zu einem Instrument moderner Fachkräftesicherung, das Lebensrealitäten ernst nimmt, ohne Abstriche bei der Ausbildungsqualität zu machen.
Unterschiedliche Lebenssituationen gehören heute dazu – und darauf müssen Ausbildungsmodelle reagieren
Tim Kneusels, Personalleiter der Herbert Gruppe